Endstation

Angelica Bäumer im März 1999 zum Projekt „Unbekannt verzogen nach Paläsina“

Das Thema, so tragisch wie alltäglich, so bekannt wie verdrängt und vergessen: Juden in Europa, in Österreich, Juden in Krems. Es waren gute Bürger, meist unauffällig. Handwerker und Arbeiter, Gastwirte und Rechtsanwälte, Unternehmer, Möbelerzeuger, Pferde- und Gemischtwarenhändler, Uhrmacher, Schneider, eine Modistin, Pharmazeuten, Sportler und Lehrer. „Plötzlich waren sie alle weg“, wie ein Buch (Picus-Verlag, Wien) von Robert Streibel heisst, das die Schicksale der jüdischen Bürger von Krems vor, während und ˆ in Interviews ˆ auch nach der Nazizeit, penibel recherchiert aufzeichnet. weiterlesen

Krems als Vorbild für Österreich

Ein Denkmal mit Vorgeschichte

Robert Streibel

Die Stadt Krems, ehemalige „Gauhauptstadt“, Zentrum der illegalen NSDAP vor 1938, ein traditioneller Hort des Antisemitismus seit dem vorigen Jahrhundert, stellt sich ihrer Geschichte. Was für alle österreichischen jüdischen Opfer noch Utopie scheint, wird in Krems 1995 realisiert. Nach mehr als zehn Jahren Vorarbeiten (Vorträgen, Publikationen, Aktionen) konnte 1994 in Zusammenarbeit mit der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich und der Stadt Krems das unabhängige und überparteiliche Personenkomitee einen künstlerischen Wettbewerb ausschreiben, zu dem vier Künstler geladen wurden. Es handelte sich dabei um Ernst Degasperi, Franz Graf, Hans Kupelwieser und Leo Zogmayer. Im Zentrum von Ernst Degasperis Entwurf stand ein Betonblock, aus dem 111 Eisenstangen ragen, symbolisch für die vertriebenen und ermordeten Juden. Die Eisenstangen werden durch das mörderische Regime gebrochen und formen eine Art Horn. Franz Graf hat in seinem Entwurf die Heimatlosigkeit thematisiert: Den Juden wurde das Haus und das schützende Dach geraubt. Sein Entwurf sah die Errichtung eines Baues mit einem Flachdach vor, das in Proportion zu den Bäumen auch von außen gesehen werden soll. In dem auf den am Boden liegende Dach sollten die Namen und Daten der Juden verzeichnet werden. Leo Zogmayer sah in seinem Entwurf 111 Metallkuben vor, die in die Erde versenkt nur zu zehn Zentimeter aus dem Boden ragen und die Daten der ermordeten und vertriebenen Juden tragen. Die Anordnung dieser leeren Kästen erfolgt gemäß einer fingierten Projektion der Weltkarte auf den Friedhof, wodurch der Besucher, die Besucherin die Entfernungen der Todes/Vertreibungsorte abschreiten kann. Hans Kupelwieser legt unmittelbar nach dem Eingang im Friedhof eine Erinnerungsspur, eine Schwelle, die Respekt fordert und die auch eine Grenze zwischen Erinnern und Vergessen markiert. Auf einem Fundament schwebt ein Metallband, in dem auf einer Länge von 48 Meter die Namen und Daten der Kremser Juden angeführt sind. Die Jury, das Gutachtergremium des Landes Niederösterreich und Vertreter der Stadt und des Komitees entschied sich nach eingehenden Beratungen einhellig für den Entwurf von Hans Kupelwieser

Und plötzlich waren sie alle weg

Ausstellung über die Juden von Krems

Robert Streibel

Die Ausstellung ist ein Versuch, nicht nur die Kremser Tradition des Antisemitismus mit seinen fatalen Auswirkungen darzustellen, sondern auch den Lebensweg einzelner jüdischer Famlien nachzuzeichnen. Erstmals war es auch möglich an konkreten Beispielen zu zeigen, das Widerstand möglich war. Durch den Einsatz des Landarbeiters Severin Worel konnte gegen Kriegsende eine Massenerschießung von Juden in Droß verhindert werden. Der Kremser Kaufmannssohn Ernst Neuner hat, selbst von der Verfolgung bedroht, konnte ein Netz der Solidarität knüpfen und so an die 1.000 Pakete mit Lebensmitteln nach Theresienstadt schicken. In der Aktion „Offenes Archiv“ wurde Interessierten alle Archivunterlagen die Täter und Opfer betreffen, zugänglich gemacht , um sich so selbst ein Bild von den Ereignissen zu machen. Mehr als 500 Besucher nützten im November 1995 die Gelegenheit, diese einmalige Präsentation der Geschichte in der Galerie „Kultur Mitte“ zu besichtigen. Da für die Ausstellung in Krems nur für etwas mehr als drei Wochen Platz war, wanderte sie nach dem 30. November wieder ins Archiv. Die Ausstellung ging 1996 auf Wanderschaft und wurde von 7. bis zum 29. Mai 1996 im Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung, (Praterstern 1, 1020 Wien) präsentiert. Bei der Eröffnung des WEINstadtmuseums Krems wird die Ausstellung in der Zeit von 26. Juni und 1. September 1996 wieder in Krems zu sehen sein.

In einem Kasten

Dokumentensammlung anfordern Die Aktion „Offenes Archiv“ wird verlängert und gegen einen Unkostenbeitrag von öS 400,- können Schulen, Lehrer oder Interessierte die Dokumentensammlung über die „Täter“ und „Opfer“ anfordern. Interessierte rufen die Galerie „Kultur Mitte“ Tel. 02732/82 413.

Die Geschichte der Juden von Krems als tragbares Denkmal auf CD ROM Um das Material über die Geschichte der Juden von Krems als exemplarischen Fall für die Entwicklung unserer Gesellschaft medial aufzubereiten, hat sich eine Arbeitsgemeinschaft gebildet. Beteiligt sind: Joseph Hartmann, Martin Mucha, Matthis Podgorski und Dr. Robert Streibel. Interessenten melden sich bei: Echoraum (Josph Hartmann), 1150, Sechshauser Str. 66; Tel. 812 99 27; e-mail: echoraum@ping.at

Musikalische Trauer

Das Bedenkkonzert mit Jossi Gutmann

Werke von Hindemith, Haydn, Partos

Ein ausgewähltes Programm und eine österreichische Erstaufführung bot das Bedenkkonzert des Kremser Kammerorchesters unter Leitung von Dirigent Hellmut Göllner neben der Trauersymphonie von Josef Haydn und Paul Hindemiths Trauermusik für Bratsche und Streicher („Music of Mourning“) war auch Oedeon Partos Yizkor für Viola und Streichorchester „Holocaust-Gebet“ zu hören. Als Solist begeisterte Yossi Gutmann auf seiner „Gibso-Viola“, der letzten von Antonius Stradivari gebauten Viola.

Das Konzert in Stichworten Paul Hindemith schrieb die Trauermusik für Bratsche und Streichorchester am 21. 1. 1936 anläßlich des Todes des englischen Königs Georg V. Bei der Uraufführung am 22.1.1936 in London spielte Hindemith den Solopart. Den ersten Teil kennzeichnen punktierte Trauermarschrhythmen. Der zweite Teil weist fließende Linien auf. Im dritten Teil kommt es zu einem schmerzlichen Fortissimoausbruch.

Josef Haydn schrieb die Symphonie Nr. 44 in e-Moll in seiner „Sturm-und-Drang-Periode“ 1771 oder 1772. Neben den Streichern setzt Haydn nur zwei Oboen und zwei Hörner ein. Kontrapunkt und ausgeklügelte Bearbeitung des Materials kennzeichnen den ersten Satz. Auch im zweiten Satz ˆ überraschend ein Menuett ˆ hält Haydn am Kontrapunkt fest. Die Seufzer im dritten Satz haben zum Beinamen „Trauersymphonie“ geführt. Im monothematischen Finale wird eine besondere Spannung durch weite Sprünge des Materials im Verein mit wiederholten Noten in der Baßlinie erreicht.

Oedoen Partos wurde 1907 in Budapest geboren. Er lernt Violine bei Jenö Hubay und Komposition bei Zoltán Kodály. Von 1928 bis 1933 wirkt Partos als Konzertmeister in Luzern und Berlin, welche Stadt er aus „rassischen“ Gründen verlassen muß. Von 1928 bis 1956 ist er Solobratschist des Israelischen Orchesters und Mitglied des Israelischen Streichquartetts. 1951 gründet er die Israelische Musikakademie in Tel Aviv. 1961 wird Partos als Professor für Komposition an die Universität Tel Aviv berufen. Für sein Werk (u.a. zwei Bratschenkonzerte, ein Violinkonzert, ein Stück für 12 Harfen, ein Konzert für Flöte, Klavier und Streicher) erhält Partos 1952 den Kompositionspreis der UNESCO und 1954 den Israelischen Staatspreis. Seine Anregungen holt er sich aus der ungarischen, der jiddischen und der orientalischen Volksmusik, so die Form des Maqam (Modus der arabisch-islamischen Musik). „Yizkor“ schrieb Partos 1947 „in Memoriam“ an den Holocaust. Die Musik ist ein „Gebet“ und im schmerzlichem Moll gehalten endet sie mit einem pianissimo-Dur-Akkord als „Prinzip Hoffnung“ (Bloch).

Der Solist Jossi Gutmann, geboren in Tel Aviv, studierte bei Oedoen Partos Viola, Komposition und Kammermusik. Mit 17 Jahren war er Solobratschist der Hamburger Symphoniker und Mitbegründer des Verdi-Quartetts, des späteren Melos-Quartett. Seit 1989 lebt er in Wien, wo er er die Kammermusikvereinigung Wien und 1994 das Stradivari Sextett Habisreutinger gegründet hat. Sein Repertoire umfaßt die gesamte Viola-Literatur von Bach bis Berio.

Unterstützt wurde dieses Konzert durch das Kloster Und, die Raiffeisenbank Krems und die österreichische Lotto-Toto-Gesellschaft.

Subskription der CD hat begonnen Dieses einmalige Konzert wird es auch auf CD geben. Um dieses einmalige Musik-Dokument ˆ von Partos „Holocaust-Gebet“ gibt es keinerlei Aufnahmen ˆ produzieren zu können, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Die Subskription läuft, mit der Einzahlung von öS 250,- sichern Sie sich eine von Yossi Gutmann signierte CD und einer Ausgabe der Postkartenserie „Jüdisches Krems“. 8 Postkarten mit Ansichten des jüdischen Krems. Die Palette reicht von Geschäftslokalen bis zu Familienbildern. Die Auslieferung wird im Juni 1996 erfolgen.

Ein Dank an die Spender

Die Kosten für das von Hans Kupelwieser entworfene Metallband in der Höhe von 1 Million Schilling haben das unabhängige Personenkomitee, die Stadt Krems und das Land Niederösterreich aufgebracht. Neben den mehr als 400 SpenderInnen haben einige Firmen und Institutionen wie die BAWAG, BOE, die Creditanstalt Bankverein, die EVN, der Parlamentsklub der SPÖ und die Stadtgemeinde Langenlois dieses Projekt mit ansehnlichen Summen unterstützt. Böhler Uddeholm hat 1 Tonne Stahl gratis zur Verfgung gestellt und die Lehrwerkstätte der VOEST Alpine Krems hat innerhalb kürzester Zeit die Renovierung des Eingangstores übernommen. Um die Gräber auf dem Friedhof den Besucherinnen und Besuchern wieder zugänglich zu machen, hat eine Schulklasse des Gymnasiums in der Rechten Kremszeile die Patenschaft für den Friedhof übernommen. Die SchülerInnen der 4c haben im letzten Jahr im Rahmen des Projektunterrichts und ihrer Freizeit für die Pflege des Friedhofes gesorgt.

Wichtig, aber im Hintergrund Von der Idee bis zur Realisierung ist es ein weiter Weg. Eines der schwierigste Probleme war es, die Namen und Daten der 129 Personen computermäßig so zu erfassen, um eine problemlose Steuerung der Laserschnitt-Maschine zu gewährleisten. Mehrere Monate hat es gedauert bis DI Andreas Gruber alle Voraussetzungen auf dem Computer geschaffen hat. Den Laserschnitt der fünf Millimeter starken Stahlplatten hat die Firma Kovacs Eisen Maschinen Metalle GmbH in Graz übernommen. Für das Fundament zeichnet die Firma Sepp Doll & Söhne verantwortlich, die Montage besorgte die Firma InnoWeld Metallverarbeitung GesmbH aus Mürzzuschlag. Eine wesentliche Hilfe bei den abschließenden Arbeiten leisteten die Mitarbeiter des Bauamtes und des Gartenamtes des Magistrats Krems. Die Rasenziegel wurden von der Grünen Oase verlegte. Für die Graphik der Einladung zeichnete Gerhard Müller verantwortlich, für die graphische Gestaltung der Ausstellung Marianne Friedl.

Werkverzeichnis Hans Kupelwieser

1948 geboren in Lunz am See/NÖ, lebt in Wien 1970-1973 Graphische Lehr- und Versuchsanstalt, Wien 1976-1982 Hochschule für Angewandte Kunst, Wien (Herbert Tasquill, Bazon Brock, Peter Weibel) 1995 Professur an der TU Graz, Institut für künstlerische Gestaltung

Ausstellungen

Einzelausstellungen

1989
„Skulpturen“, Neue Galerie, Graz

1990
Secession Wien

1994
Trans-Formation, MAK-Museum für Angewandte Kunst, Wien

1995
Galerie Stadtpark, Krems
Denkmal Jüdischer Friedhof, Krems

Gruppenausstellungen

1982
Teaching Gallery, Albuquerque, USA

1983
„Skulpturen“, Wiener Secession

1984
Wiener Secession; Museum Bochum

1987
„Vom Essen und Trinken“, Kunst- und Museumsverein, Wuppertal
„Aktuelle Kunst in Österreich“, Europalia, Gent

1988
„Brennpunkt Wien“, Bonner Kunstverein

1989
„Land in Sicht“, Österreichische Kunst im 20. Jahrhundert, Nationalgalerie Budapest

1989/90
„Aus dem Zusammenhang“, Belgrad, Skopje, Laibach, Prag
„Wien – Wien 1960-1990“, Triest, Bozen, Mailand und Rom

1990
„Aus dem Zusammenhang“, Krakau, Bratislava, Erfurt

1991
„Zentripedal“, Krems/Pécs
„Kunst, Europa“, Deichtorhalle, Kunstverein Hamburg
„Sensualité, sensibilité, purisme“, Couvent des Cordeliers, Paris

1992
„Identität: Differenz“, Steirischer Herbst ’92, Graz

1993
Jahresmuseum/Kunsthaus Mürzzuschlag

1994
„Transfer“, Medellin, Kolumbien

1995
Fisch & Fleisch-Photographie aus Österreich 1945-1995, Kunsthalle Krems

1996
„Antagonismus“, Centre National de la Photographie, Paris

UnterstützerInnen

Ein Denkmal auf dem jüdischen Friedhof in Krems

10. 12. 1994

Hugo Albert, Dr. Agnes Angermayr (Ärztin), Abg. z. NR Rudi Anschober, Erich Aschauer, Mag. Gertrud Baumgartner (Historikerin), Abg. z. NR Univ. Prof. A. Van der Bellen, P. Raphael Bergmann (Priester), Kenneth Binis (Manager), Frederick Binnis (Pensionist), Univ. Prof. Dr. Gerhard Botz (Historiker), Mag. Ingrid Brandstetter (akad. Malerin), Mag. Maria Braun (AHS-Lehrerin), Dr. Berthold Bräuer, Dr. Walter Brosch (Pensionist), Christian Bruckner (Schüler), Dkfm. Margarete Cerwenka (Pensionistin), Dr. Walter Brosch (Pensionist), Ingrid Dammouch (Dipl. med. techn. Fachkraft), Doris Denk (Angestellte), Kommerzialrat Friedrich Deutsch (gerichtl, beeid. Sachverständiger), Johannes Dobner (Bamter), Susanne Dobner (Hausfrau), Mag. Franz Dorn (AHS-Lehrer), Markus Dressler (Graphiker), Stefan Emmelmann (Künstler), Gernot Engel (Student), Mag. Charlotte Ennser (Pädak Krems), Prof. Mag. Johann Ennser (AHS-Lehrer), Mag. Karl Fakler (Soziologe), Leo und Beatrix Faltus (Softwaretrainer), Katharina Fasl, Ing. Wolfgang Fink (techn. Angestellter), Elisabeth Fink (Hausfrau), Hermann Fraczek (Ministerialrat), Elisabeth Fraczek (Direktorin der Krankenpflegeschule), Alfred Friedl (Justizwachebeamter), DI Kurt Fuchs (Informatiker), Mag. Norbert Gabriel (EDV Systemberater), Johannes Gadner (Student), Dr. Reinhold Gärtner (Politologe), Galerie Stadtpark, Mag. Karl Gatschur (Beamter), Dr. Michael Graff (Rechtsanwalt), Mag. Hilde Grammel (Lehrerin), Maria Greßl (Pensionistin), Mag. Günther Gronister (Gymnasial-Direktor), Christine Gubitzer (Schuldirektorin), Christa Hauer-Fruhmann (Malerin), DI Kurt Fuchs (Informatiker), Alfred Hackl (Lehrer), Gerhard Hintringer (Student), Hermine Hochleitner Sozialarbeiterin), Elfriede Höckner (Ethnologin), Susanne Hönig-Sorg (Schriftstellerin), Eva Holpfer (Studentin), Dr. Traude Horvath (Leiterin des Literaturhauses Mattersburg), Gabriele Hössinger (Studentin), Heidi Jäger (Med. tech. Analyt.), Dr. Peter Huemer (Journalist), Grete Isensee (Lererin), Johann Jagsch, Dr. Adolf Joksch (Direktor der Pädagogischen Akademie der Diozöse St. Pölten in Krems), Johann Jurcsa (Pensionist), Franz Karl (Kfz-Ing.), Abg. z. NR Dr. Irmtraut Karlson, Dr. Claudia Karolyi (Theaterwissenschaftlerin), Mag. Herbert Kefeder (AHS-Lehrer), Mag. Martha Keil (Historikerin), Dr. Herbert Kerschbaum (Arzt), Dr. Ulrike Kerschbaum (Angestellter), Dr. Reinhard Kikinger (Biologe), Mag. Andreas Kompek (Erwachsenenbildner), Dr. Peter Kostelka (Beamter), Emma Kral, Ing. Dr. Wolfgang Krejs (Stadtbaudirektor), Claudia Kuretsidis-Haider (Historikerin), Werner Landsrath (Student), Mag. Eleonore Lappin (Historikerin), Abg. z. NR Monika Langthaler, Erich Laznicka (Pensionist), Marlies Leitner (Studentin), Günter Lentner (Redakteur), Hanna Lentner (Hausfrau), Mag. Wolfgang Lentner (Jurist), Lbg. Karl Litschauer (Landesbeamter), Univ. Doz. Dr. Klaus Lohrmann (Historiker), Dr. Georg Mayer (Leitender Staatsanwalt), Dr. Wolfgang Maderthaner (Historiker), Felicity Maier (Lehrerin), Franz Maier (Lehrer), Mag. Michaela Maier (Theaterwissenschaftlerin), Dr. Brigitte Mayr (Filmwissenschaftlerin), Ing. Josef Mayer (Chemiker), Dr. Walter Medinger (Chemiker), Gabriela Moser (AHS-Lehrerin), Abg. z. NR Hans Helmut Moser (Generalstabsoffizier), Edeltraud Mörwald (Angestellte), Martin Mucha (Kaufmann), Michael Neubauer (Student), Dr. Wolfgang Neugebauer (Historiker, Leiter des Dokumentationsarchives des öster. Widerstandes), Niederösterreichische Rundschau, Walter Nunzer (Bürgermeister von Spitz), Herbert Oberleitner (Fährmann), Dr. Wolfgang Öhlinger (Arzt), Oberst Gerhard Pairer (Offizier des Bundesheeres), Dr. Helmut Paul (Rechtsanwalt), Abg. z. NR Rudolf Parnigoni (Leitender Sekretär der Arbeiterkammer NÖ), Elisabeth Permoser (Angestellte), Stefanie Pitnik-Gausterer (Angestellte), Dr. Gottfried Pitnick (Beamter), Dr. Peter Platzer (AHS-Lehrer), Bettina Plöckinger (Sozialarbeiterin), Doris Pollet-Kammerlander (Grüne Bildungswerkstatt), Dipl. Ing. Alfred Posamentir (Kaufmann), Mag. Johann Peter Preiss (Graphiker), Hans Pretterebner (Publizist), Dr. Gerhard Priesner (Internist), Dr. Erich Rabl (Lehrer), Richard Ramsner, Kom.Rat Kurt Renner (Bürgermeister von Langenlois), Abg. z. NR Dr. Severin Renoldner, Dr. Joachim Rössl (Beamter), Mag. Ilse Sam-Neusser (AHS-Lehrerin), Prof. Ernst Schandl (Pensionist), Dr. Alfred Scharwitzl (Bezirksstellenleiter), Prof. Kurt Schmid (Pensionist), Pater Felix Schober (Ordenspriester), Abg. z. NR Emmerich Schwemmlein, Dr. Sepp Schöfmann (Arzt), Mag. Beate Sattay (Beamtin), Mag. Paul Georg Seitz (HAK-Lehrer), Elisabeth Schäfer (Köchin), Mag. Erich L. Schreiner (Wirtschaftstreuhänder, Abg. z. NR), Gebhard Sommerauer (Angestellter), Dr. Bernhard Springer (kath. Pfarrer in Neunkirchen), Univ.Doz.Dr. Herbert Steiner (Historiker), Ing. Ingrid Steiner (Bautechnikerin), Hermann Steininger (Beamter), Prof. Friedrich Svetitsch (Maler), Peter Taferner (Koch), Ing. Adolf Tesar (Beamter), Dr. Sylvia Treudl (Verlegerin), Dr. Paul Twaroch (Landesintendant ORF NÖ), Dr. Berthold Unfried (Historiker), Wilfried Vacano (kaufm. Angest.), Verein Zentrum für Beratung und Kommunikation, Verlag Lynkeus, Österreichische Kulturvereinigung Volkshochschule Krems, Dkfm. Walter Vlk (Pensionist), Mag. Helmut Wagner (HAK-Lehrer), Christiane Walkner (Kellnerin), Gustl Walzer (Behindertenbetreuer), Günter Walter (Pfarrer), Univ.Prof. Dr. Erika Weinzierl (Historikerin), Dieter Wurzer (Kaufmann),

Das Wahrzeichen angekratzt

Das Denkmalprojekt von Leo Zoymayer im Steinertor

In Krems wurden als einziger Stadt in ganz Österreich 50 Jahre nach Befreiung des Faschismus zwei Denkmäler eingeweiht, denn die Steuerberatungskanzlei Nidetzky & Partner und die Betreibergesellschaft (BOE) des Geschäftszentrums beim Steinertor haben den Kremser Künstler Leo Zogmayer beauftragt, eine ungewöhnliche Form des Gedenkens in unmittelbarer Nähe des Wahrzeichens der Stadt zu gestalten. Ausgangspunkt war das Haus in der Schwedengasse 2, wo die Jüdin Anna Lambert, der 1939 mit zwei Kleinkindern die Flucht nach England geglückt ist, gelebt hat. Eine Gedenktafel wird daran erinnern. Korrespondierend dazu werden in das Steinertor in zwei Metallkuben eine Erklärung gegen Antisemitismus und Rassismus eingemauert, die von rund 500 Personen unterzeichnet wurde. Die Bezüge sind klar, der Haß sitzt tief, im Fundament unserer Gesellschaft, symbolische Akte müssen daher auch dort ansetzen. Die Dokumentation: „In dieser Stadt 1932 – 1939‰ ist im November 1995 erschienen und kann angefordert werden solange der Vorrat reicht. 02732/ 70280.

Zwischen Erinnern und Vergessen

Denkmaleinweihung am 9. November in Krems

Zu einer denkwürdigen Veranstaltung wurde die Einweihung des Denkmals von Hans Kupelwieser am 9. November auf dem jüdischen Friedhof in Krems. Mehr als 100 Personen waren gekommen um mit Bürgermeister Ing. Erich Grabner, der Präsidentin des Bundesrates Anna Elisabeth Haselbach und Amtsdirektor Dr. Avshalom Hodik von der Israelitischen Kultusgemeinde der 129 Juden aus Krems zu gedenken, die ermordet oder vertrieben wurden. Als Vertreter der Überlebenden war Abraham Nemschitz aus Herzlia, Israel mit seiner Gattin Terry der Einladung des Personenkomitees gefolgt und nach Krems gekommen. Gekommen war außerdem der Botschaftsrat der Israelischen Botschaft in Wien Geiora Shimron, Botschaftsrat der Republik Ungarn, Dr. Miklós Farkas und der Kanzler der Deutschen Botschaft Michael Kapp. Zehn Jahre hat es gedauert, um die Voraussetzungen für die Errichtung dieses Denkmals zu schaffen. Ein Stahlband in der Länge von 48 Metern schwebt im Eingangsbereich des Friedhofes über dem Boden und fordert Respekt. Diese Schwelle markiert eine Grenze zwischen Erinnern und Vergessen. Angesichts der Daten und des Schicksals der 129 Juden kann die Besucherin, der Besucher des Friedhofes nicht zur Tagesordnung übergehen, die Tatsache der Vertreibung und Ermordung der Juden muß zur Kenntnis genommen werden.

Dr. Robert Streibel ist Initiator des Denkmals auf dem jüdischen Friedhof Krems

Schwelle zwischen Erinnern und Vergessen

Dokumentation der Enthüllung des Denkmals von Hans Kupelwieser auf dem jüdischen Friedhof Krems am 9. November 1995.

Fotoserie: Hans Kupelwieser

Zwischen Erinnern und Vergessen
Einleitende Worte von Robert Streibel

Dank und Anerkennung für diese Tat
Begrüßung durch den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Hofrat Paul Grosz.

Wie ein Regenbogen spannt sich das Band
Abraham Nemschitz eingeladen als Vertreter der vertriebenen Juden von Krems.

Sie sind noch immer und schon wieder unter uns
Rede von Anna Elisabeth Haselbach, die 1995 die geschäftsführende Präsidentin des österreichischen Bundesrates war.

Die Schwelle als Gedächtnisspeicher
Ein Bericht im ORF Mittagsjournal am 8.11.1995

Medienberichte zur Denkmalenthüllung
Berichte über die Errichtung des Denkmals auf dem jüdischen Friedhof erschienen in folgenden Medien

Ein Dank an die Spender
Wer hat dieses Denkmal möglich gemacht?

Krems als Vorbild für Österreich
Ein Denkmal mit Vorgeschichte

Und plötzlich waren sie alle weg
Ausstellung über die Juden von Krems

Musikalische Trauer
Konzert des Kremser Kammerorchesters mit Werken von Hindemith, Hayden und Partos.

Das Wahrzeichen angekratzt
Das Denkmalprojekt von Leo Zogmayer

UnterstützerInnen Liste der UnterstützerInnen des Denkmalprojektes.