Die Schwelle als Gedächtnisspeicher

Ein Bericht im ORF Mittagsjournal am 8.11.1995
Der 9. November wird im Millenniumsjahr in Krems als Tag der jüdischen Geschichte begangen. Denn morgen Nachmittag um halb drei wird am jüdischen Friedhof ein Denkmal für die vertriebenen und ermordeten jüdischen Bewohner aus Krems eingeweiht. Später wird eine Ausstellung mit dem Titel “Und plötzlich waren sie alle weg” eröffnet. Und am Abend gibt es ein Bedenkkonzert mit dem Solisten Yossi Gutmann aus Israel. Gernot Zimmermann hat den folgenden Beitrag gestaltet.
Vor zehn Jahren begann sich der Publizist Robert Streibel in seiner Dissertation mit der Geschichte der Kremser Juden zu beschäftigen. Er recherchierte und interviewte Überlebende, die heute in Israel leben und alle beklagten:
“daß heute eigentlich nichts mehr an die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Krems erinnert. Und da sind die Pläne entstanden, ein Denkmal zu errichten, wobei zuerst die Überlegung war, ein Denkmal in der Stadt zu machen, aber da der jüdische Friedhof abseits liegt und eigentlich das letzte erhaltene Relikt der jüdischen Geschichte ist, war es dann naheliegend, auf dem Friedhof direkt ein Denkmal zu machen.”
Kunstdenkmäler, die zum Gedenken auffordern, sind immer problematisch, vor allem wenn sie Unfaßbares, Unsagbares wie den Holocaust geistig vermitteln sollen. Über die ästhetische Form solcher Denkmäler wird aller Orten diskutiert. In Berlin etwa, wo die verschiedensten Entwürfe heftig von unterschiedlichen Seiten angegriffen werden, ebenso in Wien, wo eine Lösung für ein Denkmal am Morzinplatz immer noch nicht endgültig feststeht, und Alfred Hrdlickas Skulpturen bei der Albertina noch heute oder gerade nach des Bildhauers letzten Äußerungen vielen fragwürdig erscheinen. Der Bildhauer Hans Kupelwieser hat für Krems eine schlichte Form gefunden. Ein 48 Meter langes Stahlband, das im Eingangsbereich des Friedhofs über dem Boden schwebt und in dem die Namen und Daten der 129 ermordeten Kremser Juden eingeschrieben sind. Für Hans Kupelwieser waren folgende Überlegungen von Bedeutung:
“Ein Punkt war einmal, das jüdische Bilderverbot zu berücksichtigen, was eben der Hrdlicka nicht gemacht hat. Es gibt diese Tradition der Schrift, der Schriftüberlieferung. Das zweite war, eine möglichste neutrale Gestaltung zu machen, nicht? Ob das jetzt Kunstwerk ist oder nicht, das ist mir irgendwie gleich. Es ging darum, keinen Bilderkitsch oder irgendwas in der Richtung zu machen, sondern möglichst neutral das zu machen, aber eben so, daß es doch nicht unsichtbar ist, wie es ja einige Denkmäler gibt, die nur mehr im Kopf stattfinden. Die Idee war, eine Schwelle zu errichten oder ein Hindernis. Wenn man in den Friedhof reinkommt, soll man wo anstoßen – als Hindernis oder als Schwelle -, und so ist man gezwungen, den Text zu lesen. Und da entstehen dann sowieso die Bilder im Kopf.”
Auch an Einwirkungen der Natur und der Jahreszeiten hat Hans Kupelwieser gedacht:
“Die Schwelle besteht nur aus Schrift. Also es sind Schriftgitter, sodaß auch wenn Gras wächst, das Gras durchwachsen kann durch die Schrift. Das war noch so eine zweite Idee, daß man das Gras auch immer wieder mähen muß, weil sonst wächst es einfach drüber, und man sieht gar nichts mehr.”
Viele private und juristische Personen haben an diesem ein Millionen Schilling teuren Denkmal mit Tat und Geldspenden mitgewirkt, auch ein Zeichen dafür, daß in Krems und Umgebung, wo in den letzten Jahren immer wieder Keimzellen rechtsradikalen Terrors aufgespürt wurden, ein Umdenken stattgefunden hat.
“Die, die man wahrscheinlich damit erreichen sollte, eben mit diesem Gedächtnisspeicher, das sind die, die dann wahrscheinlich eh nicht dort hingehen. Also diese Problematik gibt es schon”, sagt Hans Kupelwieser, der Schöpfer des jüdischen Denkmals in Krems.

Wie ein Regenbogen spannt sich das Band

Zum 9. November 1995

Abraham Nemschitz

Ich muß gestehen, daß wir, meine Frau und ich, mit sehr zweifelhaften Gefühlen die Einladung zur Enthüllung des Denkmals der vertriebenen und verstorbenen Kremser Juden des Naziregimes angenommen haben. Wir sahen es mehr als eine Pflicht den Vernichteten gegenüber, daran teilzunehmen, um ihrer Seelen zu gedenken und deren Andenken zu ehren. Wie groß war der Eindruck, als bei Eintritt in den Friedhof beim ersten Anblick des Mahnmals meine Augen auf den Namen meiner nach Theresienstadt vertriebenen und dort verstorbenen Großmutter fielen. Meine Augen füllten sich mit Tränen und Episoden der Vergangenheit kamen aus dem Unterbewußtsein zu Tage, als langsam meine Augen von Namen zu Namen entlang des nichtendenden Stahlbandes liefen. Jeder Name eine Erinnerung, jeder Name eine Geschichte für sich. Erst als ich am Ende des Bandes stand, erfaßte ich die Idee des Bildhauers. Wie ein Regenbogen spannt sich das Band aus einer traurigen Vergangenheit beginnend in – hoffentlich – eine bessere Zukunft. Die angebliche Willkürlichkeit der aufeinanderfolgenden Namen – die nicht alphabetisch geordnet sind, erhöht diesen Eindruck. Dann erst erblickte ich den Friedhof in seinem Ganzen – ich selbst hatte ihn als einen von Unkraut überwachsenen, unzugänglichen Ort in Erinnerung – und stellte fest, daß die Schüler der 4c Klasse eine fast unmögliche Arbeit vollbrachten, das Gras gemäht, die Sträucher gestutzt, Bäume geschnitten, alle Gräber in Sicht und zugänglich. Den Schülern und der Initiative ihrer energischen Klassenvorsteherin (Namen mit Bewilligung einfügen) gebührt das höchste Lob und Anerkennung. Dies war auch der Grund, daß ich es als eine Ehre für mich fand, der Einladung, vor der Klasse am nächsten Tag zu sprechen, zu folgen. Nicht daß ich wußte, was zu sagen, aber Kinder sind unsere Zukunft und ich hoffe, daß die Worte, die ich sprach, auf fruchtbaren Boden fielen und in dem Sinne verstanden wurden, als ich es wollte. Ich danke dem Komitee und im besonderen meinem Freund, Herrn Dr. Robert Streibel, für die Einladung und bin stolz, ihr Folge geleistet zu haben. Der Tag wird für immer in meiner Erinnerung bleiben.

Abraham Nemschitz wurde stellvertretend für die vertriebenen Juden zur Einweihung nach Krems eingeladen

Sie sind noch immer und schon wieder unter uns

Anna Elisabeth Haselbach

Der 9. November ist ein Tag, der in uns so vieles wachruft, so vieles aufwühlt, nämlich selbst Erlebtes, Schmerz über selbst Erlittenes und Trauer, Verzweiflung und Beschämung über das was geschehen konnte. Den Initiatoren für die Errichtung des Denkmales am jüdischen Friedhof ist aufrichtig zu danken für ihren Einsatz, denn sie haben sich zu einem eminent wichtigen Grundsatz bekannt. Dem Grundsatz: Niemals vergessen! Das Geschehene ist so grauenhaft, in seiner Dimensionen so unfaßbar, daß das Begreifbarmachen eine große Herausforderung ist. Sie haben diese Herausforderung angenommen. Dafür danke! 129 Menschen, die hier in dieser Stadt gelebt haben, gearbeitet haben, geliebt haben, traurig waren, fröhlich waren, Hoffnungen und Wünsche hatte, so wie alle Menschen, sie hatten auf einmal einen grell leuchtenden Stern an ihrer Brust und man machte sie zum Freiwild für jene, die bösen Willens waren und zum Freiwild für die, die verführt waren. Die meisten dieser Gejagten lebten doch seit Generationen unter uns als Gleiche unter Gleichen ˆ und plötzlich sollten sie verstehen, daß sie Aussätzige, Unerwünschte, Geächtete waren. Die Frage, wie sollen und werden künftige Generationen diesen Tiefstand jemals begreifen können, muß allen Verantwortungsträgern immer gegenwärtig sein, denn für alle Zeiten wird in den Geschichtsbüchern stehen, daß Verfolgung und Mord begangen wurden, im 20. Jahrhundert von Menschen, die behaupteten, Träger einer neuen Kultur zu sein. Daher war die Initiative für die Errichtung dieses Denkmals so wichtig, denn damit wurde in der Vorbereitungszeit Bewußtsein geschaffen. Nur das richtige Bewußtsein, die eigene Betroffenheit kann uns befähigen, heutigen widerwärtigen Erscheinungen entgegenzutreten. Sie sind noch immer und schon wieder unter uns: die Vereinfacher, die Ausgrenzer, die Verhetzer, die rechten Populisten. Diejenigen, die durch Worte den Boden bereiten für die Entfesselung des Unmenschlichen. Diejenigen, die sich, wenn ihre Saat mörderisch aufgeht, zurücklehnen, ihre Hände in Unschuld waschen, um dann daranzugehen, ihr politisches Süppchen ˆ ein widerwärtiges Gebräu ˆ weiterzukochen. Durch die Errichtung dieses Denkmals und durch unser Hiersein geben wir in aller Öffentlichkeit das Bekenntnis ab: Niemals wieder darf Faschismus ˆ ganz gleich in welcher Ausformung ˆ in unserem Land eine Chance erhalten. Niemals wieder dürfen Antisemitismus, Nationalismus und Rassismus die Hirne der Menschen vernebeln und ihre Herzen versteinern. Statt Verhetzung muß der Geist der Toleranz und des demokratischen Verhaltens Grundsatz der Gesellschaft sein. Erteilen wir den Angstmachern, den selbsternannten Schutzpatronen, den Ausmistern eine deutliche Absage, indem wir unermüdlich Aufklärungsarbeit leisten. Wir wissen es doch aus dem Leiden in der Vergangenheit: Unkenntnis verschlimmert Angst, Unkenntnis macht die unsinnigsten Behauptungen und unüberlegtesten Projektionen möglich. Im Niemandsland des Wissens gewinnen nicht die Verteidiger der menschlichen Werte, sondern ganz offensichtlich die Zauberlehrlinge. Diese Herausforderungen, gilt es zu erkennen und anzunehmen! Bei der Vorbereitung auf das heutige Bedenken bin ich auf ein Dokument eines Wiener Kaufmanns im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom gestoßen. Es hat mich durch seinen Knappheit besonders berührt, weil zwischen den Zeilen die ganze Tragödie herausschreit.

“An die Vermögensverkehrsstelle in Wien: Unter Hinweis auf meine im Juli d. J. dortamts eingebrachte Vermögensaufstellung gebe ich höflich die Veränderung bekannt. Am 10. November 1938 wurde mir aus meinem versperrten Geschäftslokal in Wien XIV., Reindorfgasse 32 die Ware beschlagnahmt und weggeschafft. Der Wert dieser Ware beträgt ca. RM 2.300. Ich bitte nun diese Mitteilung gefälligst zu Kenntnis nehmen zu wollen. Hochachtungsvoll. Leopold Blumenschein.”

Auch dieser Raub war der Auftakt für systematisches, organisiertes Verbrechen und Morden. Raub, Bedrohung und Mord schändeten diese Novembernacht. Das Erinnern daran erfüllt uns mit Abscheu und Zorn, aber ˆ und das möchte ich hier vor Ihnen sagen: Die Erinnerung erfüllt mich auch mit einer unendlichen Liebe und Verehrung zu den Menschen, die unerträgliches Leid mit Würde getragen haben, die nicht nach Rache gerufen haben, sondern die durch Mahnungen und Aufklärung dazu beitragen, daß uns und unseren Kindern ähnliches erspart bleibt. Das Leben und Leiden der Juden muß uns ein immerwährendes Vermächtnis sein! Wir müssen und werden bereit sein, all unser Wissen, unser Können, unsere Fähigkeiten einzusetzen für die Menschlichkeit und die Unverletzlichkeit der Menschenwürde. Das, wollen wir heute hier versprechen!

Anna Elisabeth Haselbach war 1995 die geschäftsführende Präsidentin des österreichischen Bundesrates

Der letzte Besuch

Abraham Nemschitz besucht vielleicht zum letzten Mal den jüdischen Friedhof in Krems.

Robert Streibel

Eigentlich sollte er zu Hause sein in Herzlia in Israel und seine Sauerstoffmaske tragen, mindesten 15 Stunden am Tag hat der Arzt gemeint, denn seine Lungen spielen nicht mehr mit und das Herz und… Ein Mal wollte er aber noch kommen und den Friedhof seines Urgroßvaters besuchen, einmal noch am merh als 40 Meter langen Denkmal entlang gehen und ein letztes Gebet vor der in Metall ausgfrästen Namen seiner Onkeln und Tanten und Cousinen sprechen. Abraham Nemschitz ist an diesem Donnerstag vielleicht zum letzten Mal nach Krems gekommen.

Er war es, der vor 15 Jahren für den Historiker Robert Streibel den Anstoß gegeben hat, die Geschichte der Juden aufzuarbeiten, er hat den Kontakt zu den in Israel lebenden Juden hergestellt und hat sie überredet über ihre Erinnerungen zu sprechen. Das Buch “Und plötzlich waren sie alle weg” ist nur ein Ergebnis dieses Bemühens. Diese Dokumentation war eine der ersten Geschichten über jüdische Gemeinde in einer Kleinstadt und der Titel des Buch wurde fast zu einem Synonym für Verdrängung und Verharmlosung, für einen österreichischen Umgang mit der Geschichte, der lange Jahre Praxis war. Das Denkmal von Hans Kupelwieser, die begonnene Restaurierung des Friedhofes, das Denkmal für Anna Lambert am Steinertor sind andere kleine Zeichen in der ehemaligen Gauhauptstadt.

Ein Mal noch wird das Efeu vom Grabstein von Richard Sachs und von Salomon Sachs vom Stein gelöst, damit er die verwaschene Schrift sehen kann, im Jahr 1936 hat Abraham mit einigen jüdischen Jugendlichen mitgeholfen die Überreste der auf dem Turnerberg begrabenen Juden auf diesen Friedhof zu überführen. Die Auflösung eines jüdischen Friedhofes ist im jüdischen Ritus nicht vorgesehen, aber die Schändungen in Krems in den 30er Jahren waren so vehement, dass die Gebeine der Toten überführt wurden. “Knochen für Knochen haben wir in die Holzkisten gezählt”, erinnert sich Abraham Nemschitz. Gegen das Vergessen anzukämpfen ist scheinbar fast ein aussichtsloses Unterfangen.

Mit ein Mal Rasenmähen ist es auch in einem Garten nicht getan. Das Gras wächst durch das Metallband von Hans Kupelwieser. Abraham Nemschitz ist nach diesen 15 Jahren auch ein bißchen enttäuscht. “Viel ist passiert und doch das Friedhofswärterhaus ist noch immer nicht restauriert, das kostet vielleicht 20.000 Euro, nicht mehr.” Kostenschätzungen hat es gegeben, der Verein für den jüdischen Friedhof hat sich bemüht, doch das Haus verfällt, und nach einem Regen ist der Friedhof nicht zu betreten, es sei denn man scheut ein riesiges Schlammloch nicht. “Das Haus wäre der passende Ort für eine ständige Ausstellung, für eine Dokumentation über die Juden in Krems, kein großes Museum, aber ein Zeichen.” Die bereits existierende Ausstellung hängt in den beiden devastierten Räumlichkeiten, eine Sinnbild fast für die trotz vieler Bemühungen noch immer bestehende Achtlosigkeit.

Alle Bemühungen für eine Renovierung des Hauses sind bisher gescheitert. “Ich habe immer geglaubt ich erlebe die Einweihung dieser kleinen Gedenkraums noch. Und wer wird sich in Zukunft wirklich um den Friedhof kümmern? Der Verein hat viel erreicht, aber jetzt scheint es fast, als wären alle Bemühungen umsonst.”

Abraham Nemschitz hat sich gegen seine Ärzte durchgesetzt und ist zu einem Besuch in Österreich aufgebrochen. “Vielleicht kann ich nächstes Jahr noch ein Mal kommen mit meinen Kindern und Enkelkindern. Das hängt vom Herrn ein Stockwerk höher ab.” Viel Zeit gibt es nicht mehr, um das Begonnene in Krems zu beenden.

Publikationen

von Robert Streibel

Bücher

Robert Streibel: Plötzlich waren sie alle weg. Die Juden der “Gauhauptstadt Krems” und ihre Mitbürger. Mit einem Vorwort von Erika Weinzierl und einem Beitrag von Gabriele Anderl. Wien, 2. Auflage

Robert Streibel: Die Stadt Krems im “Dritten Reich”. Alltagschronik 1938-1945. Wien 1993

Robert Streibel: Februar in der Provinz. Eine Spurensicherung zum 12. Februar 1934 in Niederösterreich. Edition Geschichte der Heimat 1994

Herausgeber/Mitherausgeber

Gerhard Bisovsky, Robert Streibel (Hrsg.): 1938/1988. Eine Bilanz aber kein Schlußstrich. Dokumentation der Aktivitäten der Volkshochschulen im Gedenkjahr 1938/1988. Wien 1989

Kurt Schmid, Robert Streibel (Hrsg.): Der Pogrom 1938. Judenverfolgung in Österreich und Deutschland. Wien 1990

Gerhard Bisovsky, Hans Schafranek, Robert Streibel: Der Hitler-Stalin-Pakt. Voraussetzungen, Hintergründe, Auswirkungen, Wien 1990

Klaus Dieter Mulley, Michael Ludwig, Robert Streibel (Hrsg.): Der Oktoberstreik. Ein Wendepunkt der Zweiten Republik. Wien 1991

Hans Schafranek, Robert Streibel: 22. Juni 1941. Der Überfall auf die Sowjetunion. Wien: Picus Verlag 1991

Anna Lambert: Du kannst im Leben vor nichts davonlaufen. Erinnerungen einer auf sich selbst gestellten Frau. Herausgegeben und mit einem Vorwort von Robert Streibel. Wien: Picus Verlag 1992, 185 Seiten

Peter Bettelheim, Silvia Prohinig, Robert Streibel (Hrsg.): Antisemitismus in Osteuropa. Aspekte einer historischen Kontinuität. Wien: Picus Verlag 1992, 152 Seiten

Peter Bettelheim, Robert Streibel: Tabu und Geschichte (Hrsg.): Zur Kultur des kollektiven Erinnerns. Wien: Picus Verlag 1994, 176 Seiten

Robert Streibel (Hrsg.): Flucht und Vertreibung. Zwischen Aufrechnung und Vertreibung. Wien: Picus Verlag 1995, 272 Seiten

Robert Streibel (Hrsg.): Eugenie Schwarzwald und ihr Kreis. Wien: Picus Verlag 1996, 190 Seiten. 169 Abb.

Hans Schafranek, Robert Streibel (Hrsg.): Strategie des Überlebens. “Häftlingsgesellschaft” in KZ und GUlag. Wien: Picus Verlag, 238 Seiten

Aufsätze – Mitarbeit

Mitarbeit am Band “Widerstand und Verfolgung in Niederösterreich 1934-1945. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. 3 Bde. Wien 1987

Robert Streibel: Krems 1938-1945. Ein Sperrbezirk für Historiker? (Ein Forschungsbericht) In: Ulrike Kerschbaum, Erich Rabl (Hrsg.): Heimatforschung heute. Krems 1988, S. 143-156

Robert Streibel: Die Märztage 1938 in Krems. Versuch einer Rekonstruktion. In: Das Waldviertel 1/1988, S. 1-25

Robert Streibel: Stalag 17B – mehr als ein Hollywoodschinken. Anmerkungen zur Situation der Kriegsgefangenen im Lager Stalag 17B in Gneixendorf/Krems. In: Das Waldviertel 3/1989, S. 197-217

Robert Streibel: Die strukturelle Hypothek. Zum Verhältnis zwischen evangelischer Kirche und Nationalsozialismus in Kresm. 1938-1945. In: Das Waldviertel 4/1990, S. 301-326

Robert Streibel: Krems 1938-1945. Ein Lesebuch. Wien: Selbstverstlag 1989

Robert Streibel: Das fünfte Pseudonym. Das Leben des Lagerhäftlings und Humoristen Boris Brainin. In: Hans Schafranek (Hg.): Die Betrogenen. Österreicher in der Sowjetunion. Wien: Picus 1991

Robert Streibel: Kein Platz für Dr. Seligmann. Der Kremser Alpenverein und seine 100jährige Geschichte. In: Das Waldviertel 3/1996, S. 333-342

Alle Gräber freigelegt

Mehr als 50 Freiwillige arbeiteten auf dem jüdischen Friedhof in Krems am 26. Oktober 2003

“Alle Singers und drei Schaffraneks habe ich frei gelegt„, meint ein 14jähriges Mädchen mit ein bisschen Stolz über ihre Arbeit an diesem Vormittag am 26. Oktober. Hier ist von einer Archäologie der besonderen Art die Rede, kein Sand, Schutt und keine Steine bedeckten vergessene Kulturgüter, sondern Efeu, Unkraut Wurzeln und Erde hatten die 177 Gräber auf dem jüdischen Friedhof zu sonderbaren Pilzen und Figuren verformt und den hinteren Teil des Friedhofes nahezu gänzlich unpassierbar gemacht.

Der Beginn:

Am Ende des Vormittag des Nationalfeiertags war der Friedhof als solcher wieder erkennbar, selbst auf den Gräbern, die von Bäumen schon gänzlich eingeschlossen waren konnte man wieder lesen, wer hier in der mehr als 100 Jahre seit dem der Friedhof besteht, begraben wurde.

Bundesheer:

“Die schönste, das war die Schaffranek, die wir um halb elf freigeschnitten haben, mit 21 Jahren ist sie gestorben„ An manchen Gräbern sind unüblich zum jüdischen Ritus die Personen auch mit Fotos dargestellt. Ein anderer, ein neuer Zugang zu einer seit mehr als 60 Jahren nicht mehr existierenden Gemeinde, denn der letzte und einzige Jude, der wieder nach Krems zurückgekehrt ist, hier gelebt hat ist vor einigen Jahren verstorben. Ein neuer Zugang auch für den Vizeleutnant des Bundesheeres von der Kaserne in Mautern. Zweimal war er bereits mit einem UNO Einsatz in Israel auf dem Golan stationiert. Hebräisch hat er leider nicht gelernt, die Grabsteine und die Sprüche, die er mit den 15 Grundwehrdienern freilegt, kann er nicht lesen.”Zwei mal habe ich schon probiert die Sprache zu lernen, aber viel ist leider nicht hängengeblieben.„

Wolf:

Alle, die an diesem Vormittag gekommen sind, freuen sich, dass auch das Bundesheer mithilft. Auch eine Premiere in der Geschichte der Stadt und des Friedhofes

Schüler:

Mehr als ein Dutzend Schülerinnen von zwei Schulen haben sich eingefunden, noch bevor die Professorin kommt haben sich die Mädchen an einem Grab schon zu schaffen gemacht. Die erste Gräberzeile mit 30 Gräbern ist bereits nach einer Stunde freigelegt, auf der Mauer des Friedhofes stehen drei, fünf manchmal sechs Jugendliche, um die hartnäckigen Wurzeln die auch die Grabsteine, die über die Umfassung hinausragen zu entfernen.

Jugend:

Ein zehnjähriger Bub borgt sich eine Machete aus und schlägt sich durch das Unterholz aus Fliederstämmen.

Stern:

Als die letzten in Österreich lebenden Angehörigen der Familie Wengraf auf dem Friedhof eintreffen, Fritz Wengraf, war der letzte Jude, der 1971 hier begraben wurde, sind sie mehr als gerührt, da sich Fremde um ihr Grab angenommen haben. “So schön war unser Grab schon Jahre nicht mehr. Wir können auch nicht so oft zum Friedhof kommen und alleine hier zu arbeiten und zu sehen wie alles verwildert, das ist deprimierend.„ Manche prachtvolle Gräber des späten 19. Jahrhunderts sind seit Jahrzehnten wieder erkennbar.

Alter:

Weit über 70 waren die ältesten Helfer. Max mit schlohweißem Haar hat sich den Baum der zwei Grabsteine überwuchert hat mit einem 18jährigen und einem Grundwehr diener vorgenommen.

Alter2:

“Fast wie eine Herkules-Arbeit„, scherzt er. Jeder weiß was er zu tun hat, die zwei Gräber, die machen wir noch, meinen zwei junge Frauen, dann ist Schluss, denn vom Schneiden tun uns schon die Hände weh.

Bäume:

Der Berg an Efeu und Gesträuch wächst, um 13 Uhr wird er mindestens zehn Meter lang sein und 2 Meter hoch. Das Ergebnis eines Nationalfeiertages, ein großer Berg verdrängter und mißachteter Geschichte.

Geräte:

Berichte Aktionen

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