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Hat Hitler doch gesiegt?

Leserbrief an die NÖN in Krems am 29.3.2008

Zwei Seiten für den März-Besuch von Adolf H.

Hitler hat vielleicht doch gesiegt, zumindest in Krems? Ganze zwei Seiten wird dem März-Besuch von Adolf H. gewidmet. Ganze zwei Seiten und keine Zeile für Peter B. Neubauer, der kurz davor in New York gestorben ist. Peter Neubauer war wohl der berühmteste Kremser, floh vor dem Antisemitismus zuerst in die Schweiz und dann in die USA. Er zählte zu den Mitbegründern der Kinderpsychiatrie in den USA. Die "New York Times" widmete ihm zu seinem Ableben eine halbe Seite.

Mit seinem Tod ist wieder eine Chance vertan worden einem Vertriebenen jene Ehre zuteilwerden zu lassen, die ihm gebührt hätte von seiner Heimatstadt. Zu spät.

Interessant wird sein, ob auch über die Opfer des Nationalsozialismus mit solcher Intensität berichtet werden wird. Wir haben ihrer genug. Drei Widerstandskämpfer, Kommunisten, geköpft: Ferdinand Strasser, Johann Hofmann und Franz Zeller. dutzende inhaftiert. Am Franz Zeller Platz in Stein gibt es bis heute keine Gedenktafel. Aber dafür haben wir ja Kriegerdenkmäler für Generäle die in Rußland gefallen sind.

Und dann hatten wir zwei Deserteure, die ihre Weigerung in der Deutschen Wehrmacht kämpfen zu müssen, mit dem Tod bezahlen mussten. Rudolf Redlinghofer ein Bibelforscher und Richard Ott. Letzterer wurde auf dem Pfarrplatz in Krems bei der Pfarrkirche auf der Flucht erschossen. Wenige Wochen vor dem Kriegsende. Eine Erinnerung an ihn gibt es nicht. Die Liste ließe sich noch fortsetzen.

Ob Hitler in Krems wirklich gesiget hat, wird sich dann wohl Ende 2008 zeigen. Wenn eine Bilanz gezogen werden kann, ob und wie über die NS-Opfer und die vertriebenen Jüdinnen und Juden berichtet wurde und welche Aktionen gesetzt wurden, um ihr Andenken zu ehren.

Dr. Robert Streibel, Historiker