Peter B. Neubauer Erinnerungen 1

Peter B Neubauer:

Bela Neubauer in der Mitte mit Kappe

vor dem BRG Krems.

Robert Kohn Erinnerungen 2

Antisemitismus erlebt 2


Robert Kohn Erinnerungen 1

Erinnerungen von Robert Kohn

Interview von Robert Streibel im Kibbuz Givat Haim 1988.

Antisemitismus erlebt 1

Das Schicksal der vertriebenen Kremser Juden

Im folgenden soll kursorisch der Wissensstand über das Schicksal der vertriebenen Kremser Juden präsentiert werden, wobei nur jene Familien berücksichtigt wurden, die 1938 noch in Krems lebten. Hauptsächlich wurden als Quellen für diesen Abschnitt Interviews und Briefe herangezogen.

Otto, Anna, Herta ADLER
Krems, Dinstlstraße 10
Ab 1938: 1010 Wien, Grünangergasse
Otto und Anna Adler wurden am 26.1.1942 nach Riga deportiert
Herta Skrow (Adler) gelang die Flucht nach England weiterlesen

Unterricht: Material Familie Neubauer

Neubauerganz: Brief von Ruth Neubauer
aus Palästina an ihren Vater in Krems im September 1938

 

Konsorten: Erhebungsresultat
des Gendarmeriepostenkommandos Krems
über Neubauer Samuel u. Konsorten an die GESTAPO Wien

 

Das Grab der Mutter auf dem jüdischen Friedhof in Krems
Grab 21

Abschnitt im Buch „Plötzlich waren sie alle weg“
Das Schicksal der vertriebenen Kremser Juden 2

 

Bela P Neubauer Schule: Tondokument: Peter B. Neubauer Erinnerungen 1

Transkript des Interviews: mit Peter B. Neubauer
Eines war, er hat vorgelesen „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque. Er war sehr begeistert über dieses Buch. Mehr unter: Peter B. Neubauer Transkript 1

 

Nachruf auf Peter B. Neubauer Peter B. Neubauer gestorben

Tondokument
Ruth Ginsburg (geb. Neubauer) Erinnerungen 1
Die Schwester von Peter B. Neubauer erinnert sich.

Tondokument
Erinnerungen von Robert Kohn
Interview von Robert Streibel im Kibbuz Givat Haim 1988.

Robert Kohn Erinnerungen 1
Robert Kohn Erinnerungen 2

Robert Kohn Erinnerungen 3

Peter B. Neubauer Erinnerungen 1 (Transkript)

New York, 7.06.1988

geführt von Robert STREIBEL

N.: Es war ganz Interessant. Ich habe ihn getroffen und ihn sehr gerne gehabt als Lehrer. Er war jung und war der Sohn des Friseurs in Krems. Er war ein sehr guter Lehrer. Es sind einige Sachen die für mich wichtig waren. Eines war, er hat vorgelesen „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque Er war sehr begeistert über dieses Buch. Er hat es vorgelesen, 2 oder 3 Mal, und plötzlich hat er aufgehört. Er ist den nächsten Tagen zurückgekommen und hat zu uns gesagt:“ Natürlich ist ja alles was dieser Mensch schreibt nicht richtig. Er ist nicht ein nationaler Mensch, der gegen den Krieg ist und das alles persönlich schreibt. Es ist ja manchesmal notwendig das man Krieg hat.“ Als ich ihn getroffen habe, da habe ich ihm gesagt:“ Was war da los?“ Da sagte er:“ Ja, da sind die Nazis gekommen und haben gesagt. Wenn ich damit nicht aufhöre werde ich verprügelt!“

F.: In welcher Klasse ist das eigentlich gewesen?

N.: Das muss gewesen sein mit 15 oder 16, also in der 5. oder 6. Klasse. Ich sagte ihm dann:“ Ich war im Theater, der Raul Aslan hat da vorgelesen. Das Theater in Krems war leer. Es waren vielleicht 10 Leute“. Am nächsten Tag in der Stunde haben sie zur Klasse gesagt:“ Ja ihr Deutschen kommt nicht in das Theater um euch anzuhören was da los ist. Der Jude Neubauer war dort.“ So haben sie das gesagt. Er sagte nur: „Ja ich habe das nicht so gemeint.“ Ich sagte dann:“ Ich habe über Hamlet einen Bericht geschrieben, der war wahrscheinlich gut genug das sie ihn vorgelesen haben.“ Was hat den der Neubauer dafür bekommen wurde ich gefragt. „Er hat ein „Gut“ bekommen.“ Dann frage ein Student“: Warum nur ein Gut?“ Da haben sie gesagt:“ Deutsch ist ja nicht seine Muttersprache!“ Das hat mich sehr verwirrt, denn ich habe nicht gewusst, was meine Muttersprache war, wenn es nicht Deutsch ist. Er sagte nur:“ Er könne sich daran überhaupt nicht erinnern“. Ich war doch immer katholisch und niemals antijüdisch. Ich war nicht antijüdisch, aber doch etwas was man sagen kann. Das war der Zeitgeist. Sie haben es getan! Er sagte:“ Er ist RotarieF jetzt und sehr froh das sie mich jetzt besucht haben und ich konnte ja nicht Direktor der Realschule werden, weil ich diese Vergangenheit habe. Weil ich mich da ein bisschen angepasst habe.“ Aber die diese Sachen die man damals so geredet hat, damals das hat nicht viel bedeutet, aber es war ein Teil davon.

F.: Wann haben sie den Lehrer das letzte Mal besucht?

N.: Vielleicht vor 15 Jahren. Er war ein netter Mensch und ein guter Lehrer. F.: Haben sie Krems schon öfters besucht? weiterlesen

Ruth Ginsburg (geb. Neubauer) Erinnerungen 1

Ruth Ginsburg Tempel

Wachau Lied 1937

Rede zur Eröffnung der Synagoge in Krems

Die Festrede hielt der Oberrabiner Dr. Moritz Güdemann:

Der diesemalige Wochenschnitt beginnt mit der Ansprache unseres Lehrers Moses an Israel: Ihr steheht heute allesamt vor dem Ewigen, Eurem Gotte. (V.B.M. 29,9). Als Moses diese Worte sprach, stand Israel im Begriffe, in das gelobte Land aufzubrechen. Diesen Augenblick hielt Moses für geeignet, dem Volke noch einmal seine Aufgabe, seine Sendung ans Herz zu legen.

Ähnliche Bedeutungen hat für Euch meine Freunde, der gegenwärtige Augenblick. Es ist ein gelobtes Land, das sich Euch geöffnet, und ich meine, die mir übertragene Aufgabe, es einzuweihen, nicht bessere erfüllen zu können, als in dem ich, dem Beispiele unseres größten Lehrers folgend, dem Beruf Israel Euch auseinandersetze. Denn mit der Erkenntnis dieses Berufes hängt ja die Erkenntnis von dem Werte und der Bedeutung des Gotteshauses aufs Innigste zusammen. Man kann aber den Beruf Israels nicht kürzer und genauer angeben, als es Moses getan: Ihr stehet heute allesamt vor dem Ewigen, Eurem Gotte.

Israels Beruf fordert vor allem Standhaftigkeit. Es hat vielleicht niemals eine Gemeinschaft gegeben, die so viel Veranlassung hatte, wankend in ihren Grundsätzen und Zielen zu werden, und dennoch so viel Ausdauer und Standhaftigkeit bewiesen hat, wie die Bekennerschaft unseres Glauben. Wir sind.
Der Name Gottes ist Friede: möge denn dieses Gotteshaus das Wahrzeichen des unter Auch waltenden Friedens sein!
Vor seinen Pforten müssen Hader und Uneinigkeit, Trotz und Eigenwille zurückweichen … Wir wollen einig sein und bleiben. Wir halten schon deshalb zusammen, weil wir aufeinander angewiesen sind….

Wir gedenken der frommen Märthyrer, deren Blut einst den Grund und Boden dieser Stadt gefärbt hat, aber wir gedenken ihrer ohne Groll und Haß, gegen diejenigen, die das Blut vergossen haben. Ihr Blut ist nicht umsonst geflossen, es hat als ein kostbarer Thau das Erdreich befruchtet für das allmelige Wachstum einer freisinnigen, humanen Denkungsart, das trotz aller Versuche, es zurückhalten, dennoch, ja vielleicht eben deswegen, um so kräftiger sich entwickelt und fortschreitet. Keine Klage über das, was wir gelitten haben und noch leiden, soll in dieser Stunde über unsere Lippen kommen.

Lenken wir unseren Blick aus trüber Vergangenheit in die freundlichere Gegenwart, und segnen wir dann erfüllten Herzens das Haupt unseres vielgeliebten Kaisers und Herrn, der mit gleicher Liebe alle seine Untertanen zu umfassen erst kürzlich Kundgebung durch die Tat zu beweisen. Als eine Wirkung seines erhabenen Vorbildes dürften wir es ansehen, daß die oberste Militär- und Zivilbehörden dieser Stadt an der gegenwärtigen Feier teilnehmen und deren Bedeutung durch ihre ehrende Gegenwart erhöhen. Wir danken ihnen, in dem wir für sie, für diese Stadt und all ihre Einwohner den Segen Gottes erbitte. Und wie wir dankbar des verstorbenen Wohltäters gedenken, der durch seine großmütige Spende die Inangriffnahme des Baues dieses Gotteshauses allererst ermöglicht hat, so erflehen wir den Segen Gottes für alle die Wohltäter, die zu dem Bau dieses Gotteshauses beigetragen, für denjenigen, der kunstverständig den Bauplan ersonnen und entworfen, wie für alle, welche an seiner Ausführung mitgewirkt haben.

Ruth Ginsburg Erinnerungen 1