Interview mit Miriam Elbogen

„Wir haben nicht geglaubt, einmal wird noch einer leben von uns“

Die jüdischen Zwangsarbeiter von Droß 1944/451 Robert Streibel

In der Geschichte unseres Landes, in der Chronik des Schreckens zwischen 1938 und 1945 sind die jüdischen Zwangsarbeiter, die 1944 in die Ostmark deportiert nur eine Fußnote. In der wissenschaftlichen Literatur wurde sehr spät diese Opfergruppe und deren Schicksal untersucht und dies ist kein Wunder. Es braucht hier nicht der Verbitterung und des Zynismus, um dies zu kommentieren, da nicht einmal die Geschichte der hier durch Generationen lebenden Juden dokumentiert war, warum sollte dann die Frage nach jüdischen Zwangsarbeitern gestellt werden, die nur einige Monate hier gelebt hatten und von denen danach nichts mehr zu hören war. Das Standardwerk von Szabolcs Szita „Verschleppt, verhungert, vernichtet“2 über diese ungarischen Opfer des Nationalsozialismus erschien erst 1999 mit achtjähriger Verspätung in deutscher Übersetzung und legt nun die Basis für weitere Forschungen.
Dürftig und kurz sind die Berichte der Landräte, zu denen sie im Juli 1944 vom Reichsstatthalter gebeten worden waren. Gefragt waren die Erfahrungen mit dem Einsatz von „Juden als Arbeitskräfte“. 41 Juden in Arnsdorf, eingesetzt zur Holzschlägerung, 54 in Rehberg, Juden, zumeist alte Männer, Frauen und Kinder
1 Der Recherchen zu diesem Aufsatz konnten mit Unterstützung des NO ** und durch die Zuerkennung des Förderungspreises des Theodor-Körner-Fonds 1998 der Kammer für Arbeiter und Angestellte durchgeführt werden.
2 Szabolcs Szita „Verschleppt, verhungert, vernichtet“. Die Deportation von ungarischen Juden auf das Gebiet des annektierten Osterreich 1944-1945. Wien 1999 279 Seiten. weiterlesen

Peter B. Neubauer

Dinstlstraße 3

Seinen Anfang nahm alles in der Stadtbücherei in Krems. „Ich habe Freud in der Bibliothek in Krems gefunden und habe mir gedacht, was der sagt, hat Sinn“, berichtet Peter B. Neubauer in seinem Apartment mit Blick auf den Central Park in New York. Peter B. Neubauer, maturierte in der Realschule und gehört zu den Mitbegründern des Freud Museums in London und ist ein nicht nur in den USA bekannter Kinderpsychiater. Er verließ die Wiener Universität zur gleichen Zeit wie sein Bruder (1936), vollendete seine Studien in Bern (1936-1938). Die Spezialisierung auf die Kinderpsychiatrie erfolgte im Zuge der Ausbildung in der Klinik Waldau in der Schweiz. Im Jahr 1938 schreibt er seine Doktorarbeit über Geisteskranke und ein offenes Projekt ihrer Behandlung, bekannt unter dem Namen „Freie Kolonien“. Mit dieser wissenschaftlichen Arbeit im Gepäck wäre ihm drei Jahre später die Weiterreise von den Bermudas in die USA beinahe nicht geglückt. „Die Engländer haben auf dem Schiff nach Spionen gesucht und fanden meine Thesen und haben natürlich den Titel ganz anders interpretiert. Der Auswanderung in die USA erfolgte über Südfrankreich, nach Spanien und dann nach Portugal in einem plombierten Waggon an. „An die 50 Personen sind da drinnen gewesen, alles getaufte Juden, die mit einem katholischen Pass des Papstes gefahren sind. Vorher mussten sie sich allerdings taufen lassen, dann ist ihnen geholfen worden. Ich war der einzige Jude.“ Wagner Christoph 6a

Margit Radel

Geschäft Göglstraße 7

Margit und Ludwig Radel betrieben ein kleines Gemüse-geschäft in der Göglstraße und wohnten darüber. Da Margit Jüdin war, verlor der Mann seinen Posten beim Kreisgericht in Krems. Das Geschäft wurde demoliert und später gesperrt. 7 Jahre musste die Familie in einem feuchten Lagerraum in der Göglstraße leben.

Da für Margit der weitere Aufenthalt in Krems gefährlich war, lebte sie als U-Boot in Kellern und Kirchen und bei Bekannten der Familie in Wien.

Nachdem die letzte Quartiergeberin, Frau Weißkopf, in der Fasangasse 36, verhaftet wurde, musste Margit nach Krems zurück, wo sie bis zu ihrem Tode in den 80ern lebte.

Nemschitz auf Besuch in Krems

Nemschitz1:
Nemschitz2:

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Nemschitz5: Nemschitz6:

Nemschitz7:

Führung durch das jüdische Krems

Im Rahmen des Wahlpflichtfaches Geschichte erarbeiteten Schülerinnen des BRG Ringstraße unter Leitung von Mag. Elisabeth Streibel und in Koordination mit dem Historiker Dr. Robert Streibel eine Führung durch das jüdische Krems.

Das Projekt wurde vom Bundesministerium Bundesministerium für Bildungs Wissenschaft und Kultur bm:bwk (Politische Bildung) unterstützt.

Führung Krems 1: Führung Krems 2:

Führung Krems 3: Führung Krems 4:

Führung Krems 5: Führung Krems 6:

Führung Krems 7: Führung Krems 8:

Führung Krems 9: Führung Krems 10:

Führung Krems 11:

Lea Stockelmann besucht Krems

Die Tochter des in Krems geborenen Robert Kohn kam aus Anlass ihres 60. Geburtstages nach Krems. Ihr Vater emigirierte bereits in den 30er Jahren nach Palästina, seine Eltern konnten ebenfalls vor den Nazis fliehen. Lea Stockelmann lebt in Israel in einem Moschav in der Wüste und ist gemeinsam mit ihrem Mann in der Landwirtschaft tätig.

Stockelmann 0: Stockelmann 1:

Lea Stockelmann besucht die Ausstellung Eine Stadt trägt Geschichte. Zurzeit werden in 20 Geschäften in Krems Tafeln mit der Geschichte von jüdischen Familien präsentiert.

Stockelmann 1a: Stockelmann 2:

Da das ehemalige Geschäft ihrer Großeltern (heute WohnArt) leer steht, findet sich die Tafel im Antiquitätengeschäft Müllauer. Die Geschichte über die Familie Kohn ist im Juweliergeschäft Göschl ausgestellt.

Stockelmann 3: Stockelmann 4:

Der Blick hinauf zum Wohnhaus. An dieser Stelle in der Schumachergasse lernten sich ihre Eltern kennen.

Stockelmann 5: Stockelmann 6:

Der Besuch der Gedenktafel für die Synagoge in Krems. Auf derTafel über Peter Bader, die im Teppichgeschäft Simmiak in der Auslage hängt, entdeckte Lea Stockelmann ihre Mutter als junges Mädchen.

Stockelmann 7: Stockelmann 8:

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Besuch auf dem jüdischen Friedhof in Krems. Auf dem Gruppenfoto in der Ausstellung im desolaten Friedhofswärterhaus entdeckt sich Frau stockelmann als junges Mädchen.

Eine Stadt trägt Geschichte 2006

Eine Ausstellung geht auf Reisen. SchülerInnen des BRG Ringstraße haben die Ausstellung mit ihrer Lehrerin Mag. Elisabeth Streibel und dem Historiker Dr. Robert Streibel entwickelt. Das Projekt wurde vom Bundesministerium Bundesministerium für Bildungs Wissenschaft und Kultur bm:bwk (Politische Bildung) unterstützt.

Familie Auspitz, Peter Bader; Das mittelalterliche Judentum und Kurt Hruby, Familie Hirsch; Familie Karpfen;  Familie GlassSamuel Kohn; Anna Lambert; Familie Neuner; Jakob u. Katharina Sachs; Familie Wasservogel;

Zum Krems NS-Stadtplan

Ausstellung Krems 1: Ausstellung Krems 2:

Auf dem Weg zur Montage der Ausstellung. Erster Standpunkt Dinstlstraße. Canon Kopiersysteme.

Ausstellung 3: Ausstellung Krems 4:

Ausstellung Krems 5: Ausstellung Krems 6:

In der Bank Austria Filiale in der Dinstlstraße wird die Tafel über die Familie Samuel Neubauer aufgehängt.

Ausstellung Krems 7: Ausstellung Krems 8:

Ausstellung Krems 9: Ausstellung Krems 10:

Im Juweliergeschäft Göschl hängt die Tafel über die Familie Max Kohn, im Antiquitätengeschäft Müllauer die Tafel über das Geschäft von Max Kohn.

Ausstellung Krems 11: Ausstellung Krems 12:

Mehr über die Familie Karpfen, die zu den ersten gehörte, die nach Palästina emigrierte ist im Immobiliengeschäft zu erfahren. Herr Kaltenböck nimmt die Tafel in Augenschein und stellt sie in die leere Auslage des eheamligen Hutgeschäftes Neuberger.

Ausstellung Krems 13: Ausstellung Krems 14:

Friseur Heinz in der Sparkassegasse ist stolz auf die beiden Tafeln über die Familie Pisker. In der Sonnentor-Filiale sind die Tafeln über die Familie Wasservogel und die Tafel über die Familie Neuner, die an diesem Platz ein Wäschegeschäft betrieben hatten, zu sehen.

Ausstellung Krems 17: Ausstellung Krems 18:

Ausstellung Krems 19: Ausstellung Krems 20:

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Ausstellung Krems 25: Ausstellung Krems 26:

Ausstellung Krems 27:

Familie Wengraf

Descendants of Gottlieb Wengraf

Recherchiert von Mag. Wolf-Erich Eckstein, Israelitische Kultusgemeinde Wien

1 Gottlieb WENGRAF
b: 1824 Nikolsburg d: 08.02.1892 Krems, Obere Landstraße 21
Burial: Krems, isral. Friedhof 52 o: 1885 Schnittwarenhändler in Krems, NÖ
Link zum Grab: Gottlieb Wengraf

..+Rosalia GLASER
b: 1828 d: 26.10.1895 Wien
Burial: Krems, isral. Friedhof 53 m: 1861
Link zum Grab:

..2 Elkele Elisabeth WENGRAF b: 1854 d: 23.12.1892 Wien 1, Rudolfsplatz 12 Burial: 27.12.1892 Wien, Zentralfriedhof T1 19-9-47 o: 1892 Kaufmanns Gattin
……+Philipp BRESSLAUER b: 1846 d: ca 11.04.1881 Wien 1, Neutorgasse 6 Burial: 13.04.1881 Wien, Zentralfriedhof T1 6-18-27 m: 1877 Wien, Stadttempel o: Kaufmann
……. 3 Hedwig BRESSLAUER b: 1878 Wien d: ca 22.07.1890 Wien 1, Rudolfsplatz 6 Burial:
24.07.1890 Wien, Zentralfriedhof T1 6-18-27 o: Kaufmanns Tochter
.. *2nd Husband of Elkele Elisabeth Wengraf:
……+Theodor NEUSTADTL b: 1841 d: 04.10.1912 Wien 1, Rudolfsplatz 12 Burial: 06.10.1912 Wien, Zentralfriedhof T1 19-9-47 m: 1885 Wien, Stadttempel o: 1912 Handelsagent
…….3 Paula NEUSTADTLb: 1889 Wien
…….3 Hans NEUSTADTL b: 1890 Wien
…….3 N NEUSTADTL b: 1891 Wien d: 1891 Wien (prüfen!)
…….3 N NEUSTADTL b: 12.1892 Wien d: 14.12.1892 Wien
..2 Moritz WENGRAF b: 20.02.1856 Krems d: 26.02.1922 Krems, Obere Landstraße 21 Burial: Krems, isral. Friedhof 70a
…… +Pauline ASCHKENES b: 11.11.1869 Kostel, Lundenburg, Podivin, Göding, Mähren d: ca 1942 Holocaust (Ossowa) Deportation 1: 29.03.1942 Brünn-Theresienstadt Ae-224 Deportation 2: 09.05.1942 Ossowa Ax-480
…….3 Dr.med. Fritz WENGRAF b: 24.10.1891 Krems a.d. Donau, NÖ d: 11.03.1971 Paris Burial: Krems, isral. Friedhof 70b (Urne)
……….. +N m: 04.08.1925 Komotau Divorce: Bef. 1938
……. *2nd Wife of Fritz Wengraf:
……….. +Gertrud LEVISSON b: 01.09.1910 Wien 13, Dehnegasse 15 d: 2005 USA m: 27.03.1938 Wien 2, Tempelgasse Father: Siegfried LEVISSON Mother: Margarethe Hildegarde FISCHEL
…….3 Georg WENGRAF b: 03.10.1892 Krems a.d. Donau, NÖ o: 1927 Diplomkaufmann Residence: 1932 Neutitschein
……….. +Anna SPITZER m: 1929 Wien, Stadttempel, 2-3 Töchter, keine Details
……..3 Grete WENGRAF b: 17.8.1893 in Krems d: 15.6.1944 Wien Wien; verh. 2.4.1924; Taufe Grete Reiser 14.4.1933 und Trauung.
……….. + Dr. Franz Reiser b: 19.8.1891 Lemberg d: 1.12.1971
………..4 Ing. Rudolf Reiser b: 11.11.1935 lebt in Wien
……….. + Brigitte Niklas verh. 11.12.1965
……. 3 Felix WENGRAF b: 28.09.1895 Krems a.d. Donau, NÖ d: ca 1942 Holocaust (Auschwitz) Deportation: 19.08.1942 Drancy-Auschwitz 21 o: 1923 Prokurist der elterl. Firma Residence: 1938 Wien 1, Werdertorgasse 5
……. 3 Elsa WENGRAF b: 21.3.1897 Krems a.d. Donau, NÖ 21.3.1897 in Krems geboren 1920-1927 im Haushalt tätig, Obere Landstr. 21; 1932 Oktober: gemeinsam mit Mutter und Schwester Johanna nach unbekannt verzogen; 1938 von Wien nach London geflüchtet, 1956 nach New York umgesiedelt, 6.12.1989 in New York gestorben.
……. 3 Johanna WENGRAF b: 24.04.1899 Krems a.d. Donau, NÖ d: ca 1942 Holocaust (Ossowa) Deportation 1: 29.03.1942 Brünn-Theresienstadt Ae-223 Deportation 2: 09.05.1942 Ossowa Ax-649
.. 2 Josef WENGRAF b: 1860 Krems d: Aft. 1903 o: 1891 Kaufmann, ledig
.. 2 Caroline WENGRAF b: 15.08.1863 Krems, Niederösterreich d: 13.09.1943 KZ Theresienstadt Deportation: 25.05.1943 Wien-Theresienstadt IV/14h Residence: 1943 Wien 9, Seegasse 9
…… +Gustav (Gottlieb) NEUMANN b: 27.04.1854 Piesling, Mähren d: ca 25.03.1919 Wien 3, Löwengasse 1b Burial: 27.03.1919 Wien, Zentralfriedhof T1 20-17a-2 m: 04.01.1885 Wien, Stadttempel o: 1885 Getreidehändler Father: Abraham Hermann NEUMANN Mother: Rosi ENGELMANN Residence: 1885 Wien 1, Rathausstraße 13
……. 3 Dr. Hans NEUMANN b: 20.10.1885 Wien 8, Schottenfeldgasse 34 o: 1916 Bankbeamter Residence: 1916 Wien 3, Löwengasse 1b
……….. +Ettelka BRACH b: 26.02.1895 Wien m: 24.09.1916 Wien, Stadttempel Father: Emanuel (Mano) BRACH Mother: Antonia FLAX
……. 3 Grete NEUMANN b: 1888

Warum legen Jüdinnen und Juden Steine auf den Grabstein.

Insgesamt gibt es rund 40 Erklärungen, warum Jüdinnen und Juden am Grab einen Stein legen. Wenngleich der Brauch erst aus dem 19. Jahrhundert stammt, wird er gerne historisierend erklärt. Als Relikt aus der Zeit der Wanderungen der Israeliten durch die Wüste, wo die Gräber vor Aasfressern befesteigt werden musste. Um in der Wüste ein Zeichen zu setzen, dass ein Grab besucht wurde, bleibt als einzige Möglichkeit einen Stein zu hinterlegen.

Der Stein kann auch als Zeichen gesehen werden, dass am Lebenswerk des Toten weitergebaut wird. In veränderter Form kann es auch ein Bezug auf die Merkursteine sein: In der Antike wurden Steinchen an Hermessäulen gelegt.

Wenn Blumen für die Lebenden sind, dann Steine für Toten, da Steine dem Schmerz genug Ausdruck geben.

Es wäre verwunderlich, wenn es nicht auch eine antisemitische Deutung gäbe. Im Volksglauben in Bayern und Schlesien wird das Hinterlegen der Steine auf jüdischen Gräbern als Versuch gesehen, dass Juden bei der Wiederauferstehung sofort Steine zur Hand haben, um Christus steinigen zu können.

Wissenschaftliche Dokumentation

Recherchiert von Robert Streibel

Die jüdischen Zwangsarbeiter von Droß
Zusammenfassung der Recherche

Kurzbericht Spurensuche
Eine Spursensuche in Droß, Lengenfeld, Massuot Yizhaq und Tel Aviv.

Erinnerungen von ZeitzeugInnen aus Debrecen, Ungarn

Interview mit Moshe Wohlberg
Robert Streibel, Übersetzung Abraham Nemschitz 25.5.1997

INTERVIEW MIT MAGDA ELLENBOGEN
Robert Streibel, 25.5.1997

Interview mit Martha Wieder
Robert Streibel,11. Mai 1999

Erinnerungen von BewohnerInnen aus Droß

Interview mit Ernst Thaler
Robert Streibel, 15.9.1996

Interview mit Stradinger und Steininger
Robert Streibel, 5.7.1995

Interview mit Gerhard Hintendorfer
Robert Streibel, 25.3.1998