Barackenlager in Sittendorf

Profil 3.9.07: Im Rahmen des Industrieviertelfestivals entsteht in der Gemeinde Sittendorf im Wienerwald ein Erinnerungsort für Zwangsarbeiter. In die Baracken für die Arbeiter am “Reichsautobahnbau” wurden serbische “Zivilinternierte” gefangen gehalten.

Fotografische Annäherung an das Barackenlager.
Lokalaugenschein für die Konzeption des Erinnerungsortes Das Barackenlager in Sittendorf

Kurzbericht im
Artikel in Vesti (Serbische Zeitung für Westeuropa) “Übersetzung des Artikels in Vesti”

Ein filmischer Lokalaugenschein: Erinnerungszeichen im Kurzfilm

Eröffnung Erinnerungsort Barackenlager
8. September 2007

Fotodokumentation: “Eröffnung im Web-Album”

Text der Gedenktafel beim Erinnerungsort Barackenlager

“Ö 1 Bericht” über das Projekt in Sittendorf”
Moment.Leben.Heute vom 20. 6.2007

Artikel: Der Tod baute mit
Der Wirtschaftsaufschwung, die Reichsautobahn, die Gefangenen und das Kriegsende. Eine Spurensicherung in Sittendorf

Foto Lager Sittendorf

Foto Mihajtovic Predrag
Der einzige, namentlich bekannte Überlebende serbische Zivilinternierte

Ein filmischer Lokalaugenschein: Erinnerungszeichen im Kurzfilm

Hat Hitler doch gesiegt?

Leserbrief an die NÖN in Krems am 29.3.2008

Zwei Seiten für den März-Besuch von Adolf H.

Hitler hat vielleicht doch gesiegt, zumindest in Krems? Ganze zwei Seiten wird dem März-Besuch von Adolf H. gewidmet. Ganze zwei Seiten und keine Zeile für Peter B. Neubauer, der kurz davor in New York gestorben ist. Peter Neubauer war wohl der berühmteste Kremser, floh vor dem Antisemitismus zuerst in die Schweiz und dann in die USA. Er zählte zu den Mitbegründern der Kinderpsychiatrie in den USA. Die "New York Times" widmete ihm zu seinem Ableben eine halbe Seite.

Mit seinem Tod ist wieder eine Chance vertan worden einem Vertriebenen jene Ehre zuteilwerden zu lassen, die ihm gebührt hätte von seiner Heimatstadt. Zu spät.

Interessant wird sein, ob auch über die Opfer des Nationalsozialismus mit solcher Intensität berichtet werden wird. Wir haben ihrer genug. Drei Widerstandskämpfer, Kommunisten, geköpft: Ferdinand Strasser, Johann Hofmann und Franz Zeller. dutzende inhaftiert. Am Franz Zeller Platz in Stein gibt es bis heute keine Gedenktafel. Aber dafür haben wir ja Kriegerdenkmäler für Generäle die in Rußland gefallen sind.

Und dann hatten wir zwei Deserteure, die ihre Weigerung in der Deutschen Wehrmacht kämpfen zu müssen, mit dem Tod bezahlen mussten. Rudolf Redlinghofer ein Bibelforscher und Richard Ott. Letzterer wurde auf dem Pfarrplatz in Krems bei der Pfarrkirche auf der Flucht erschossen. Wenige Wochen vor dem Kriegsende. Eine Erinnerung an ihn gibt es nicht. Die Liste ließe sich noch fortsetzen.

Ob Hitler in Krems wirklich gesiget hat, wird sich dann wohl Ende 2008 zeigen. Wenn eine Bilanz gezogen werden kann, ob und wie über die NS-Opfer und die vertriebenen Jüdinnen und Juden berichtet wurde und welche Aktionen gesetzt wurden, um ihr Andenken zu ehren.

Dr. Robert Streibel, Historiker

Peter B. Neubauer in New York gestorben

Einer der berühmtesten Kremser: eine vergebene Chance

Robert Streibel

Mit dem Psychoanalytiker Peter B. Neubauer ist wohl einer der berühmtesten Kremser am 15. Februar in New York verstorben. Dass seine Bedeutung in der Stadt nicht bekannt war oder nicht zur Kenntnis genommen wurde, ist eine andere Geschichte, so der Historiker Dr. Robert Streibel. “Mit dem Tod von Peter B. Neubauer ist wieder eine Chance vertan worden, einem von den Nazis Vertriebenen jene Ehre in der Stadt zuteil werden zu lassen, die ihm international erwiesen wurde. ”

New York Times 3. März 2008

Peter B Neubauer 2004: Peter B Neubauer 2:

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Gemeinde Sittendorf erweist Ehre den Zwangsarbeitern

Übersetzung eines Zeitungsartikels in serbischer Sprache erschienen in der Zeitung Vesti.

Gedenkstätte – errichtet zum Gedenken an serbische Internierten Noch während des 2. Weltkrieges pflegten die Einwohner von Sittendorf und der umgebenden Ortschaften, trotz Verbot, Kontakte mit den im Barackenlager internierten Zwangsarbeitern. Bis heute sind diese Kontakte aufrechterhalten und werden von den wenigen Überlebenden noch immer gepflegt. Die österreichische Gemeinde Wienerwald ist selbst Initiator und Organisator der feierlichen Einweihung des Erinnerungsortes “Barackenlager” in Sittendorf. weiterlesen

Aufgewacht in Krems

Im Wahlkamof in eine tausendjährigen Kiste gegriffen

Robert Streibel

Ist es der genius loci, die beschränkte Möglichkeit von Wortspielen in unserer Sprache oder doch etwas mehr? In Krems an der Donau wird bis 7. Oktober wahlgekämpft und in Wahlzeiten kommt vieles zu Tage, was im Verborgenen und Hinterköpfen schlummert und von Zeit zu Zeit einfach hinauswill. Die tausend Jahre waren kürzer als veranschlagt, aber alles war doch nicht schlecht. Die NS-Propaganda hatte schon etwas.

“Krems Wachauf” plakatiert die ÖVP zur Zeit auf gelbem Hintergrund. Das S von Krems ist rot, denn es droht ein sozialdemokratischer Wahlsieg. Wachauf und Wachau ist ein nettes Wortspiel oder wie immer man das qualifiziert. Aufwachen ist gut, denn der Morgen bringt Zuversicht und Sonne. Aufgewacht sind schon die Nazis, die auch mit der Eisenbahn gefahren sind, die wir heute auch benutzen. Aber in der Wachau ist es doch ein wenig anders. Denn da gibt es ein NS Propagandalied Wach auf deutsche Wachau, das entstand, als die Nazis in Österreich schon verboten waren.

Gottseidank kennen das Lied nicht viele. Die ersten Zeilen lauten: “Was rauscht so bang der Donaustrom durchs weite deutsche Land? Von Burg zu Burg. Die Frage geht: Wann denn die Ostmark aufersteht? Ob auch der Bruder endlich Heimwärts fand, ab in große Vaterland! Wach auf, deutsche Wachau(…) Ruft die Schar aus Erz und Stahl. Bleib stark mein deutsches Österreich, ein Wort fällt auf den ersten Streich. Wach auf, deutsche Wachau. Heil dir Nibelungengau.”

Liedtext mit Tonbeispiel: Wach auf deutsche Wachau

So der Beginn. Eine völkische Rarität auf dem Schellak-Markt. Bloß ein Zufall. Die Bevölkerung aufzurütteln, weil Ungemach droht: Das ist löblich, dafür darf auch in braune Kisten gegriffen werden. Danke für diese “Information” denn am Plakat ist diese “Dichtung des Jahres 2007” ausgewiesen als: “Eine Information der Volkspartei Krems”. Im Wahlkampf ist historische Sensibilität ein Fremdwort.

Robert Streibel, Direktor der Volkshochschule Hietzing, Historiker und Publizist, seit 20 Jahren als Geschichtsarbeiter nicht nur in Krems unterwegs.

Eröffnung Erinnerungsort Barackenlager

Die Gemeinde Wienerwald freut sich, Sie am
Samstag, den 8. September 2007
um 14.00 Uhr zur

ERÖFFNUNG DER ERINNERUNGSORTES
in 2393 Sittendorf, Heiligenkreuzer Straße
einladen zu dürfen.

Programm: · Musikalische Begrüßung
Franz Schubert Musikschule

· Begrüßung und einleitende Worte
Bürgermeister Michael Krischke

· Geblieben ist dann nur die Autobahn?
Dr. Robert Streibel

· Grußworte
Botschaft der Französischen Republik
und der Republik Serbien

· Grußworte
2.Präs.z.NR Dr. Michael Spindelegger

· Musikalischer Abschluss

Im Anschluss an die Feier laden wir herzlich zum Dorffest des Dorferneuerungsvereines ProSitt in der Heiligenkreuzer Straße 27 ein.

Erinnerungsort Barackenlager

Text der Gedenktafel

\”Hitler brachte den Wirtschaftsaufschwung und baute Autobahnen„ – diese Einschätzung ist auch nach mehr als sechs Jahrzehnten noch immer oft zu hören.

Die Baracken in Sittendorf wurden im September 1938 ursprünglich für die Arbeiter des Reichsautobahnbaus, den Bau der heutigen A 21, errichtet. In die Baracken werden ein Jahr später französische Kriegsgefangene gesperrt und auf der Baustelle der Autobahntrasse exerzieren Soldaten.
Ob auch Juden für Autobahnbauarbeiten zwangsverpflichtet wurden ist nicht eindeutig gesichert.

In der Folge werden serbische Zivilinternierte in den Baracken untergebracht. Ein Grabstein auf dem Friedhof in Sittendorf nennt 17 Gefangene, die zwischen Mai und August 1942 an Hungertyphus gestorben sind. Tatsächlich waren es weit mehr Menschen, die durch die katastrophalen Zustände ums Leben kamen.\” … Das war ja furchtbar. Dort haben sie alle Tage … – sagen wir drei, viere sind gestorben, alle Tag. Die ganze Mauer entlang am Friedhof waren nur die Serbengräber. … Auf der linken Seite, wenn man reingeht, bis hinunter waren die Serbengräber. Schön lang haben sie die Holzkreuze stehen gehabt.„
Nach dem Ende der Seuche wurde das Lager geschlossen und für die Aufbewahrung von Material der Flugzeugfabrik in Hinterbrühl genutzt.

In die Baracken des\”Wirtschaftsaufschwung„ zog der Tod ein, nicht nur in Sittendorf.
In der Zeit des Zweiten Weltkrieges wurden im deutschen Reich ausländische Zivilisten, Kriegsgefangene, Juden, KZ-Insassen, Roma, Sinti, Jenische, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Deserteure, Zeugen Jehovas und viele andere Menschen zur Zwangsarbeit verpflichtet. Sie arbeiteten vorwiegend in Industrie, Bau- und Landwirtschaft, aber auch in öffentlichen Einrichtungen. Angefordert wurden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter auch von privaten Personen und Haushalten.

In der Ostmark, den späteren Alpen- und Donau-Reichsgauen, gab es im Herbst 1944 fast 1 Million Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Die Zahl der freien inländischen Arbeitskräfte lag bei 1,7 Millionen. Dabei ging es nicht um willkürliche Beschäftigung und Potenzierung der Wirtschaftlichkeit, sondern ˆ besonders seit dem Beginn des Krieges 1939 ˆ um die grundsätzliche Erhaltung der Wirtschaft: um den dringend notwendigen Ersatz der Arbeitskraft der in den Krieg eingezogenen Männer. In dieser Zeit brachte Hitler den vermeintlichen Wirtschaftsaufschwung, baute Autobahnen.

Der Erinnerungsort\”Barackenlager„ entstand aufgrund der Initiative der Gemeinde Wienerwald und wurde im Rahmen des Projektes\”Geblieben ist dann nur die Autobahn?„ ˆ des Viertelfestivals Niederösterreich – Industrieviertel 2007\”grenzen.los„ ˆ realisiert. Die Eröffnung erfolgte am 8. September 2007.

Ö1 Bericht über das Projekt in Sittendorf

Ö1 Radio-Beitrag Lager in Sittendorf Sendung “Moment. Leben. Heute ” 20.6.2007 Gestaltet von Natasa Konopitzky

(Zeitzeugin Stefanie Kalchner): “Ich weiß nur, dass wir eine schöne Zeit verlebt haben und kein, es war eigentlich nie irgendwas was, wo wir gesagt hätten, ich nimmermehr hin, weil es mir nicht gefällt oder was, im Gegenteil. ” weiterlesen

Das Barackenlager in Sittendorf

Eine fotografische Annäherung an das Barackenlager in Sittendorf. Drei Gehminuten vom Ortsschild Sittendorf auf der Straße Richtung Heiligenkreuz links in einem kleinen Waldstück befinden sich die Ruinen der Baracken in denen die Arbeiter des “Reichautobahnbaus” gewohnt haben und später als Gefangenenlager für serbische Zwangsarbeiter gedient haben.

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